Eindrücke aus der 14. Bundesversammlung

Wahlen

Am 30. Juni war auch für mich ein besonderer Tag in meinem Abgeordnetenleben. Erstmals durfte ich an einer Bundesversammlung teilnehmen.

Die SPD-Landtagsfraktion hatte mich wenige Tage zuvor als Ersatzwahlmann gewählt. Meine Aufgabe war es, bei den drei spannenden Wahlgängen im Hintergrund zu warten, ob alle ordentlichen Wahlmänner und -frauen meiner Fraktion an der Abstimmung teilnehmen. Im Verhinderungsfall hätte ich sofort einspringen müssen. Das bedeutete aber auch, dass ich an allen vorbereitenden Sitzungen und den Fraktionssitzungen zwischen den Wahlgängen teilnehmen und mitentscheiden musste. Am Ende war mein Einsatz nicht nötig, da alle bis zum Schluss durchgehalten hatten.

Die Aktivitäten begannen bereits am Dienstagabend mit einer Fraktionssit-zung im Reichstag, bei der die Anwesenheit aller SPD-Wahlmänner und –frauen festgestellt wurde. Auch hat sich unser Kandidat Joachim Gauck nochmals eindrucksvoll vorgestellt. Danach wurden wir von der SPD-Bundestagsfraktion zu einem Fest eingeladen. Dabei war es möglich, mit den Bundestagsabgeordneten und den vielen Prominenten, wie z.B. mit dem Schauspieler Walter Sittler, der zwölffachen Olympiasiegerin der Paralympics Verena Bentele, oder dem Präsidenten des VFB Stuttgart Erwin Staudt, ins Gespräch zu kommen.

Der eigentliche Wahltag am 30. Juni begann um 11 Uhr mit einer Fraktionssitzung, bei der die letzten Informationen über die Gespräche mit anderen Parteien im Vorfeld der Abstimmungen ausgetauscht wurden. Alle 333 SPD-Wahlmänner und –frauen sprachen sich nochmals für Joachim Gauck als Kandidaten aus. Um 12.00 Uhr begann der erste Wahlgang. Dieser dauerte mit Auszählung rd. 2 ½ Stunden. Danach folgten wieder eine Fraktionssitzung und dann der zweite Wahlgang. Vor allem bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses zum 2. Wahlgang waren die Nervosität und der Unmut der Regierungsmitglieder über die Abweichler aus den eigenen Reihen zu spüren.

Vor dem letzten Wahlgang gab es noch hektische Gespräche mit der Linkspartei, die sich jedoch nicht für unseren Kandidaten aussprechen wollte. Nach rd. 9 1/2 Stunden Wahlmarathon wurde letztlich der Kandidat der Regierungsparteien gewählt. Wir waren uns jedoch sicher, dass wir mit unserem Kandidaten Joachim Gauck über die Parteigrenzen hinaus sehr viel Sympathie erworben haben.

Der Tag klang dann mit einem Fest im Reichstag und einen kleinen Empfang in der baden-württembergischen Landesvertretung aus.

Wolfgang Stehmer MdL

 
 

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